Final Fantasy XIV – A Game -Reborn

Bild

In den letzten Jahren habe ich viele MMOs gespielt, bin aber alles andere als ein Experte. Es gab Spiele, in die ich mehr Zeit investiert habe und andere, bei denen ich schon nach ein paar Tagen oder Stunden sicher war, dass sie nicht meinem Geschmack entsprechen.
Diese Erfahrungen haben mir im besten Fall geholfen, einen groben Überblick über diese Art von Spielen zu bekommen. Insbesondere, da sich Online-Spiele immer etwas von Single-Player-Games unterscheiden. Wenn ich etwa in Skyrim mit einem Bär kämpfe, kommt nie ein Axtkrieger zufällig des Weges, enthauptet meinen Gegner und klaut mir meine Beute. Oder z.B. in Mass Effect bin ich alleine auf mich und meine Fähigkeiten gestellt und kann mir nicht eben noch drei Freunde einladen, die mich durch die dunklen Gänge einer verlassenen Raumstation begleiten.

Es gibt mittlerweile unzählige MMOs, mit einem Großteil davon Fantasy-RPGs. Diese scheinen sich der größten Beliebtheit zu erfreuen und wirken in vielen Fällen austauschbar und im Grunde ähnlich aufgebaut. Dabei hat die Zahl der Spiele stark abgenommen, die eine monatliche Gebühr verlangen haben in der Vergangenheit. Der Markt hat so viele Free-to-Play MMOs, dass man es sich schon gut überlegen muss, ob man bereit ist, knapp 200 Euro für etwas auszugeben, was man auch für deutlich weniger haben könnte. Oder gar gratis.
Square Enix hat sich vorgenommen, auch sein nächstes Projekt wieder mit einer Monatsgebühr auf den Markt zu bringen.
Final Fantasy XIV. Seit dem Relaunch mit dem Untertitel versehen “A Realm Reborn”.

Eines vorweg: ich war nicht bei der ersten Version der geschlossenen Beta dabei, kenne also nur das, was dieses Jahr zu sehen und zu erleben war.

 

Da haben wir die Jobs, die man auch von anderen Final Fantasy-Teilen kennt. Warrior, Dragoon, White Mage, Black Mage usw. Und diese tun auch genau das, was man von den “alten” Spielen her kennt, also kämpfen, heilen, zaubern.
Das Kampfsystem dabei ist relativ altbacken und statisch. Fähigkeiten mit Aktivierungszeit werden unterbrochen, sobald man sich bewegt, es gibt kein Ausweichen oder blocken. Man steht nach guter alter Final Fantasy-Art an einem Punkt. Wie das nun zu bewerten ist, bleibt Geschmackssache. Ich persönlich fühle mich etwa als Magier schrecklich verwundbar, wenn ich nach dem ersten Angriff stillstehen und die Attacken meines Gegners erdulden muss, während ich einen Zauber nach dem nächsten spamme. In einer Gruppe relativiert sich sowas natürlich wieder, aber mittlerweile wirkt so etwas ein wenig angestaubt.
(Vergleich hierbei die Systeme von TERA, Guild Wars 2, The Secret World oder auch Star Wars – The Old Republic)
Das Klassensystem orientiert sich stark am alten Job-System, d.h. man levelt nicht die Figur selber sondern die Waffen. Hat man irgendwann keine Lust mehr auf Magier, greift man zum Schwert und versucht sich als Krieger.
Als Rassen stehen hier auch die zur Verfügung, die man bereits in FFXI spielen konnte, wurden allerdings anders benannt. Mithra heißen nun Miqo’te, Galka sind Roegadyn und die kindlich wirkenden Tarutaru werden in FFXIV Lalafell genannt. Letztlich sind es aber die gleichen Rassen, mit wenigen Erweiterungen. Der Charaktereditor ist ganz okay, bietet aber nichts außergewöhnliches. Erfahrungsgemäß sahen sich viele Spielermodelle ingame leider zu ähnlich als dass man große Unterschiede zwischen ihnen erkennen könnte. Dies fällt besonders bei den Lalafell auf.
Schön ist, dass man bei der Namensgebung Vor- und Nachname angeben kann, was leider immer noch nicht selbstverständlich scheint bei modernen MMOs.
Graphisch legt sich FFXIV ziemlich ins Zeug, wie man es von SE erwarten kann. Vielleicht sogar etwas zu sehr, zwei bis drei Jahre alte Computer könnten hier schon ins Schwitzen kommen oder auf niedriger Detailstufe spielen. Die Landschaften sind hübsch, wenn auch nicht besonders originell oder abwechslungsreich.
Die Musik kann sich durchaus hören lassen, man bekommt die typische Orchesteruntermalung, wie auch bei anderen Spielen der Reihe, inklusive der klassischen “Level-Up”-Melodie. Ihr wisst schon, welche ich meine.
Sprachausgabe sucht man leider vergebens. Außer ein paar abgehackten Lauten geben Spieler und NPCs nicht viel von sich. Ein Umstand, der sich zum Release noch ändern soll, im Moment fällt nur sehr stark auf, da es das ganze Spiel ungewöhnlich still macht. Auch da gab es in den letzten Jahren sehr viel schönere Präsentationen mit voll vertonten Dialogen von Questgebern, Spielecharakteren oder Gegnern. Nicht jede Quest benötigt ihre eigene Cutscene, aber beständig nur Textboxen lesen ist etwas, was heute nicht mehr sein sollte. Besonders dann nicht, wenn man das Budget von Square Enix im Rücken hat.
Die Steuerung ist ebenfalls hit-and-miss. Die eigene Figur lässt sich einwandfrei bewegen und reagiert ohne Probleme oder Verzögerungen. Die Interfaces hingegen sind stellenweise zu unübersichtlich und unnötig kompliziert. Wieso muss ich einen Questgegenstand ohne weitere Funktion anklicken und dann noch einmal “benutzen” auswählen, um ihn zu übergeben? Hätte da nicht einfacher Rechts- oder Doppelklick genügt? Auch die Weltkarte zeigt nicht immer den besten Weg zur nächsten Aufgabe und führt den Spieler gerne mal im Kreis oder auf Umwege. Die Teleportkristalle sind zwar reichlich vorhanden, können aber leider nicht direkt von der Karte ausgewählt werden. Nach einer Weile wird man mit bis zu zwei Dutzend Zielen in reiner Textform konfrontiert und muss quasi im Voraus wissen, wie derjenige heißt, zu dem man sich gerade teleportieren will.
Das Interfache mit den Fähigkeiten kann im späteren Verlauf des Spiels auch schon einmal arg viel werden. Nicht so schlimm wie z.B. bei WoW, dass ein Drittel des Bildschirms aus Skills besteht, aber es kann dennoch schnell unübersichtlich werden.

Missionen gibt es reichlich, auch hier regiert in den meisten Fällen der MMO-Standard. Töte 15 davon, bring mir 10 hiervon, trage das Item von A nach B usw. Hier fühlt man sich leider sehr schnell zur billigen Arbeitskraft reduziert, nicht unbedingt wie der Auserwählte, der irgendwann die Welt retten soll. Man fragt sich, wer dem Gemüsebauer seine Ratten umbringt, wenn grad mal kein Held des Weges kommt.
Es gibt nur sehr wenige persönliche Quests und die eigene Storyline ist längst nicht so präsent, wie es bei anderen aktuellen Titeln der Fall ist. Irgendwie ist man doch nur ein einzelnes Rädchen unter vielen anderen.
Während man die meisten Quests standardmäßig bei verschiedenen NPCs bekommt, gibt es auch noch eine Art “Tägliche Quests”-System wie etwa bei Ragnarok Online oder Guild Wars 2. Bei FFXIV hingegen erschöpfen sich diese auf das immer gleiche Prozedere, eine bestimmte Anzahl von Monstern zu töten. Hier empfiehlt es sich, in einer Gruppe zu arbeiten, aber trotzdem hat man sehr schnell das Gefühl, ständig das gleiche zu tun.
Insgesamt bekommt man es im Laufe des Spiels leider sehr häufig mit den gängigen Grinding-Quests zu tun, ein wenig mehr Abwechslung hier wäre schön gewesen.

Nachdem FFXI insgesamt ein sehr individuelles Spielsystem und damit seinen ganz eigenen Charme hatte, beschloss SE diesmal offenbar, auf Nummer sicher zu gehen. Ob oder inwieweit diese Entscheidung auch nach dem eher missglückten ersten Versuch stattfand, ist schwer zu sagen. In FFXIV jedoch bekommt man immer wieder das Gefühl, die eine oder andere Funktion schon einmal anderswo gesehen zu haben.
Es wirkt insgesamt sehr massentauglich und einsteigerfreundlich, als wollte man auch möglichst viele Spieler damit ansprechen. Für meinen Geschmack bietet es allerdings im Augenblick noch zu wenig, was mich dauerhaft spielen lassen würde. Ich persönlich hab mich immer wieder dabei ertappt, dass ich nach spätestens einer Stunde doch lieber wieder Neverwinter oder The Old Republic gespielt habe, da ich mehr Wert auf eine konstante Geschichte lege als eine Quest nach der anderen abzuarbeiten, weil sie mir irgendein NPC anbietet.

Es bleibt abzuwarten, was sich noch alles bis zum entgültigen Release verändert. Im Moment wirkt FFXIV auf mich so, als hätte jemand die Final Fantasy-Lizenz genommen und über ein 08/15-MMORPG drüber programmiert. Es sieht hübsch aus, hat Rassen, Jobs und Storyelemente aus dem klassischen Franchise, ist aber in eine leer wirkende Hülle verpackt. Vor fünf oder sechs Jahren wäre das Spiel ein ziemlicher Renner gewesen, inzwischen gibt es aber leider andere Alternativen, die gezeigt haben, wie man gewisse Dinge einfach besser macht.

 

A REALM REBORN is a registered trademark or trademark of Square Enix Co., Ltd. FINAL FANTASY, SQUARE ENIX and the SQUARE ENIX logo are registered trademarks or trademarks of Square Enix Holdings Co., Ltd.

Advertisements
Posted in Uncategorized | Leave a comment

Hello world!

Welcome to WordPress.com! This is your very first post. Click the Edit link to modify or delete it, or start a new post. If you like, use this post to tell readers why you started this blog and what you plan to do with it.

Happy blogging!

Posted in Uncategorized | 1 Comment